Mittwoch, 7. Januar 2009 |
Jetzt steht es fest. Der Sommer 2008 ist Geschichte, unwiderruflich und vorbei. Nun ja, eine wirkliche Neuigkeit ist das Mitte November freilich nicht. Übermannt hat mich die Tatsache des mit Siebenmeilenstiefeln heran eilenden Winters allerdings eindrucksvoll am vergangenen Freitag 16.45 Uhr auf der Autobahn. Denn was macht man um diese Zeit normalerweise im Sommer? Man verabredet und trifft sich in einem Biergarten o.ä. Kurz vor fünf ist an lauen Sommertagen noch mitten am Tag. Die Sonne scheint, es ist noch viele Stunden hell und sowieso hält man sich gerne draußen auf. Und was ist jetzt? Schon kurz vor fünf wird es dunkel. Die meisten Leute hasten mit hochgezogenen Schultern, geducktem Kopf und verkniffenem Gesicht gen warme Wohnung. Also wenn Sie mich fragen, ist schön etwas anderes. Zugegeben, ändern können wir das ohnehin nicht. Aber ein bisschen drüber ärgern – natürlich nicht allzu lange – darf und muss erlaubt sein. Damit nicht allzu bluesige Gedanken aufkommen, versorgt Sie dieser XML-Report wie immer mit dem Neuesten aus der XML-Welt. Dort scheint zwar auch nicht immer die Sonne, herzerwärmend ist sie aber manchmal schon.
ODF Toolkit UnionSun und IBM haben die Open Document Format Toolkit Union gegründet, um so Entwicklern Werkzeuge für die Arbeit mit ODF an die Hand zu geben. Dadurch will man es ihnen ermöglichen, ODF leichter in ihre Anwendungen zu implementieren. Die Webseite zum ODF Toolkit Project befindet sich momentan noch im Aufbau. Dennoch gibt es bereits einige interessante Tools, die vorgestellt werden. Zu denen gehören zunächst einmal die beiden Software Development Kits ODFDOM und AODL. Interessant ist darüber hinaus auch der vorgestellte ODF-Validator, den man – wenn man das möchte – direkt online nutzen kann. Wenn das Projekt weiter kontinuierlich ausgebaut wird, könnte sich dort durchaus etwas Interessantes entwickeln. Das Forum, das man auf der Union-Webseite initiiert hat, läuft derzeit zwar noch etwas schleppend an, das kann ja aber noch werden. Federführend zeichnen für das Projekt momentan IBM und Sun Microsystems, wobei andere Entwickler ausdrücklich zur Mitarbeit eingeladen sind.
XML Signature Best PracticesWie man am besten mit XML-Signaturen umgeht, zeigt die XML Security Working Group in ihrem ersten Arbeitsentwurf zu XML Signature Best Practices. Die Spezifikation zu XML Signature beschreibt eine XML-Syntax für digitale Signaturen. XML Signature hat den Vorteil, dass sich damit sehr einfach digitale Signaturen erstellen lassen. Jetzt haben u.a. die Security Specifications Maintenance Working Group und die XML Security Working Group gemeinsam an dem Arbeitsentwurf XML Signature Best Practices gearbeitet. Darin wird beschrieben, wie man am besten an und mit XML-Signaturen arbeitet.
Web Content Accessibility Guidelines 2.0Und gleich noch eine Empfehlung, wie man Dinge am besten angehen sollte, gibt es dieser Tage auf den Seiten des W3C. Und zwar hat die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) Working Group die Web Content Accessibility Guidelines 2.0 veröffentlicht. In dem Arbeitspapier geht es darum, wie Webseiten zugänglich gemacht werden können. (Stichwort Barrierefreiheit) Darüber hinaus hat man auch gleich noch drei aktualisierte Arbeitsentwürfe zu Understanding WCAG 2.0, Techniques for WCAG 2.0 und How to Meet WCAG 2.0 veröffentlicht. Alle genannten Papiere warten noch bis zum 2. Dezember auf Ihre Anregungen.
Selectors APIDen Last Call für den Arbeitsentwurf zu Selectors API gibt es von der Web Applications Working Group. Bei diesen Selectors, die meistens in CSS genutzt werden, handelt es sich um Muster (Patterns), die Elemente in einer Baumstruktur identifizieren. Die Selectors API beschreibt Methoden für das Ansprechen und Holen von Elementknoten des DOM. Oftmals möchte man DOM-Operationen auf einem spezifischen Satz von Elementen in einem Dokument ausführen. Die in der Selectors API bereitgestellten Methoden erleichtern das Ansprechen dieser Elemente. Das gilt auch und gerade hinsichtlich der ausführlichen Techniken, die man in der Vergangenheit definieren musste. Kommentare und Anregungen sind noch bis zum 12. Dezember willkommen.
DB2-Adapter für Ruby on RailsAuf RubyForge gibt es Version 1.0 des DB2-Adapters für Ruby on Rails. In der neuen Version gibt es u.a. eine SSL-Verschlüsselung. Interessant ist darüber hinaus auch die Möglichkeit, beim Einsatz der Datentypen char, double und xml auf Abkürzungen, die so genannten sexy migrations zu setzen. Ruby-erfahrene Entwickler wissen, dass das den Code extrem schlank machen kann.
XML-Tool der WocheDITA (Darwin Information Typing Architecture) ist vielen von Ihnen sicherlich ein Begriff. Bei DITA handelt es sich um eine Informationsarchitektur, die speziell für technische Dokumentationen entwickelt wurde. Um mit DITA effektiv arbeiten zu können, bedarf es entsprechender Tools, von denen es mittlerweile eine ganze Reihe gibt. Eines der interessantesten ist sicherlich das DITA Open Toolkit. Darin sind viele XSL-Transformationen und Skripte enthalten, die aus DITA-getaggten Inhalten unterschiedliche Ausgaben generieren. So gibt es beispielsweise für XHTML, HTML, PDF, JavaHelp, EclipseHelp und HTMLHelp vordefinierte Transformationen. Die mitgelieferten Transformationen sollten als das angesehen werden, was sie tatsächlich sind: Ausgangspunkt für die Entwicklung eigener Anwendungen. Herunterladen kann man das DITA Open Toolkit von SourceForge. Die Projekt-Webseite, auf der es allerlei zusätzliche Informationen gibt, finden Sie unter http://dita-ot.sourceforge.net/.
Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen und Trends nehme ich gerne
unter
xml@medienwerke.de entgegen.
Bis nächste Woche,
Ihr Daniel Koch
Daniel Koch arbeitet als freiberuflicher Programmierer und Autor in
Hamburg. Er hat mehrere Bücher rund um die Themen Programmierung
und Software veröffentlicht. Sie erreichen ihn unter dk@medienwerke.de.
Wöchentlich berichtet er in der Kolumne "XML-Report" über
Aktuelles aus der XML-Szene, schaut sich in der Community um und
informiert über die neuesten Entwicklungen der
Standardisierungsgremien.