Freitag, 9. Januar 2009 |
Ich freue mich auf das neue Update. Die deutsche Version Flash CS 4 ist erfahrungsgemäß ca. ein bis zwei Monate nach dem Erscheinungstermin der englischen Version verfügbar – vermutlich Ende des Jahres. Die öffentliche Beta des Flash Players 10 hatte schon die Feuer entfacht – mit dem ersten Blick auf die Entwicklungsumgebung Flash CS 4 kribbelt es bei mir in den Fingern, die neuen Funktionen bald genauer zu testen. Dabei ist die bahnbrechende Neuerung wie in der letzten Version, der Wechsel auf ActionScript 3.0, nicht dabei – was für ein Glück, man kann ja nicht dauernd umlernen.
Dafür gibt es eine Menge spannender Neuerungen, die teils auch überfällig waren. Was in der Gerüchteküche und der Presse bisher noch kaum beachtet wurde, sind die FileReference-Möglichkeiten. Endlich lässt sich ein Datei-Upload bzw. die Dateiintegration ohne Umwege über den Flash Player und über ActionScript steuern. So kann der Nutzer beispielsweise Bilder hochladen, die mit den Bitmap-Möglichkeiten sicherlich spannend zu bearbeiten sind. Im Bitmap-Bereich wird es insgesamt experimenteller. Mit Pixel Bender gibt es neue Filtermöglichkeiten. Aber auch das Vektorzeichnen wird ein bisschen verbessert.
Am heißesten diskutiert werden natürlich die 3D-Funktionen. Hier ist eine z-Ebene dazugekommen. Sie erweitert eher die 2D-Welt von Flash, anstatt komplettes 3D zu bieten. Dennoch freue ich mich schon auf tolle Effekte und gute Ideen, die diese Neuerung sicherlich hervorruft.
Da ich mich selbst eher in die Kategorie "Entwickler" einordnen würde, interessieren mich natürlich vor allem die ActionScript-Neuerungen. Da ist es relativ ruhig geblieben. Das ist nach dem 3.0-Erdrutsch an sich eine positive Nachricht, ebenso positiv finde ich, dass alle optischen Neuerungen auch entsprechende ActionScript-Klassen bieten und damit per Programmierung gesteuert werden können. Eine Innovation für Entwickler ist der neue Datentyp "Vector". Er erlaubt eine Liste mit strikt typisierten Werten – praktisch und in anderen objektorientierten Sprachen ohnehin Usus.
Was leider wieder auf der Strecke bleibt, ist das integrierte Aktionen-Bedienfeld. Zugegeben, die meisten Flasher setzen für ActionScript sicherlich eher auf Flash Develop oder FDT, aber das Aktionen-Bedienfeld ist dennoch unverschämt schlecht. Von fortgeschrittenen Freuden wie echter Autovervollständigung möchte ich hier gar nicht reden.
Zugegeben, einige Neuerungen fallen in die Kategorie "endlich", manche Baustellen sind noch nicht einmal in der Startphase, dennoch bietet Adobe das zweite spannende Flash-Update nacheinander. Und dieses Mal sind es nicht die Anfangs besorgniserregenden und mittlerweile bahnbrechenden Änderungen an ActionScript, sondern die vielen neuen optischen Möglichkeiten, die das Kribbeln in meinen Fingern nicht verschwinden lassen.
Tobias Hauser (www.hauser-wenz.de) ist Autor, Trainer und Berater mit Schwerpunkt Webprogrammierung und -design. Er ist regelmäßig für verschiedene Fachmagazine tätig und spricht auf Konferenzen im In- und Ausland.