Freitag, 9. Januar 2009 |
Sun Microsystems hat seine Zahlen für das erste Quartal des Fiskaljahres 2009 veröffentlicht. Wer den Aktienkurs in den letzten Monaten verfolgt hat, wird vom Ergebnis nicht überrascht sein: Die Einnahmen sind im Q1 um rund 7.1 Prozent eingebrochen, der Nettoverlust auf GAAP-Basis beläuft sich auf etwa 1,68 Milliarden US-Dollar. Laut Jonathan Schwartz, CEO von Sun Microsystems, sei das Unternehmen insbesondere vom Verfall der Einahmen seiner traditionellen High-End-Sparte überrascht gewesen:
We were surprised by the magnitude of the decline, which reflected a dramatic slowing in the US and Europe, and the effects the credit crisis is having on our customers - across nearly all geographies and industries, but clearly concentrated among financial services companies. Jonathan Schwartz, 2008
Zwar würden zum Beispiel die ZFS-basierten OpenStorage-Produkte überdurchschnittlich schnell wachsen, allerdings sei Sun nach Angaben von Schwartz nach wie vor in erster Linie den Schwankungen im High-End-Bereich ausgesetzt.
Um angesichts der jetzt veröffentlichen Zahlen gegenüber Investoren und Analysten transparenter aufzutreten, hat Sun sich daher entschlossen, erstmals einen detaillierten Bericht zu veröffentlichen, der die Performance des Unternehmens erklären und seine langfristigen, strategischen Entscheidungen verständlicher machen soll. Das Dokument gibt es hier als PDF (PDF, ca. 116 KB).
Um die mögliche Debatte über den Gewinneinbruch in seinem Unternehmen weiter abzukühlen, nimmt Jonathan Schwartz in seinem Blog daher auch ausführlich Stellung zur Lage bei Sun. Insbesondere Open Source wird demnach für künftige Einnahmen eine wesentliche Rolle spielen:
As we've been saying, open source is a great distribution model - and it feeds a great revenue model. Jonathan Schwartz, 2008
Strategisch will sich das Unternehmen dabei auf zwei Kernbereiche konzentrieren. Zum einen will man weiter daran arbeiten, sich eine der größten und am schnellsten wachsenden Developer-Communities aufzubauen, wobei die Marken MySQL, Java und OpenSolaris eine wichtige Rolle spielen werden. Zum anderen sollen kommerzielle Angebote für das Deployment von Software weiter vorangetrieben werden. Zu deutsch: Datacenter-Systeme, Software und Services. Dabei ist auch von der next generation of Clouds die Rede.
Näher konkretisiert wird das noch nicht, allerdings kündigt Jonathan Schwarz für den 10. November schon einmal Neuigkeiten im Storage-Markt an. Denn:
... just as the popping of the internet bubble let loose a flood of innovation for the server world, the global credit crisis is about to shake up the storage industry, too. Jonathan Schwartz, 2008